Ortsverband Hösbach

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Hösbach: 300000 Euro für DSL

Ausschuss billigt trotz Kritik Verträge mit Telekom - Keine Zuschüsse vom Freistaat

Hösbach.
Möglicherweise schon 2008 bekommen die Hösbacher Ortsteile Rottenberg, Feldkahl und Wenighösbach DSL-Anschlüsse. Dafür blättert die Gemeinde allerdings bereits im selben Haushaltsjahr fast 300000 Euro hin.

Nach der Absichtserklärung des Hösbacher Gemeinderats im Juli, die DSL-Verkabelung der Ortsteile mitzufinanzieren (wir berichteten mehrfach), sind nun in der Hauptausschusssitzung entsprechende Vertragsvorschläge der Telekom AG kontrovers diskutiert worden. Mit einer Gegenstimme wurden sie schließlich abgesegnet.

Die Hoffnung, für die Versorgung der ländlichen Gemeinden mit schnellen Internet-Leitungen einen Zuschuss von der Landesregierung zu bekommen, war zuvor gescheitert. Im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft war Bürgermeister Robert Hain (CSU) und der Rottenberger Bundestagsabgeordneten Christine Scheel (Grüne) im November mitgeteilt worden, dass derartige Überlegungen noch am Anfang stünden und Vergaberichtlinien wohl kaum vor dem Jahr 2010 erwartet werden könnten.

Sechs Prozent Verzugszinsen

Schuld trägt, so scheint es, die Europäische Union, die sich nach der so genannten Minimiss-Regelung ein Veto für Fördersummen von mehr als 200000 Euro vorbehält. Vermutlich deshalb habe die Telekom nun zwei Verträge vorgelegt, mutmaßte Hain - einen mit der gemeindlichen Beteiligungshöhe von 165000 Euro für Rottenberg und Feldkahl sowie 130500 für Wenighösbach zuzüglich Umsatzsteuer und sechs Prozent Verzugszinsen.

Kalkulation nicht verraten

Die Verzinsungsklausel stieß bei den Gemeinderäten auf Kritik, da die DSL-Anschlüsse bereits im kommenden Jahr zur Verfügung stehen könnten, und die Rechnung dann auch fällig würde. Auch das Fehlen der geforderten Kalkulationsgrundlagen für die Beteiligung wurde mit Unverständnis quittiert.

Letztlich mochte aber niemand der Gemeinderätee im Ausschuss das Projekt gefährden - sei es durch ein erneutes Einfordern der Einzelposten oder durch das Unterschreiben nur eines Vertrags. Henning Lauterbach
Erscheinungsdatum: 12.12.2007

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»Letztlich Vertrauenssache«

Abgeordnete Christine Scheel und Bürgermeister Robert Hain zum DSL-Vertrag

Hösbach.
Tief in die Tasche greift die Gemeinde für schnelle Internet-Anschlüsse in den Ortsteilen Rottenberg, Feldkahl und Wenighösbach. Unser Mitarbeiter Henning Lauterbach hat dazu die Rottenberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Christine Scheel und Bürgermeister Robert Hain (CSU) befragt.

Frau Scheel, auf den ersten Blick scheint es, als wolle sich die Telekom nicht in die Karten blicken lassen. Sie hat keine Angaben darüber gemacht, wie sich die Beteiligung der Marktgemeinde errechnet.

Man darf nicht vergessen, dass die Telekom ein Unternehmen der Marktwirtschaft ist und ein Offenlegen der betrieblichen Kalkulation einem Wettbewerbsnachteil gleich käme. Insofern ist ein Berufen auf das Geschäftsgeheimnis verständlich. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass hier die Gemeinde übervorteilt wird. Im Gegenteil: Das mit der Verwaltung, dem Elektrizitätswerk, der Industrie- und Handelskammer, der Bürgerinitiative und der Telekom geführte Gespräch am runden Tisch hat zu diesen Verträgen geführt, die annähernd zwölf Wochen von den Telekom-Juristen auf Herz und Nieren, vor allem aber nach EU-Recht geprüft worden sind. Rechnet man einmal nach, entspricht die Gesamtsumme der beiden Einzelverträge ziemlich genau der, die damals vereinbart worden war. Und mit der Verzinsungsklausel ist nicht gesagt, dass die Gemeinde nicht schon vorher die Rechnung begleichen kann.

Herr Hain, würde die Gemeinde günstiger fahren, wenn sie die Erdarbeiten übernähme und damit den Bürgern auf Heller und Pfennig die Ausgaben transparent machen und auch im Rahmen ihres Versorgungsauftrags für die Ortsteile begründen könnte?

Den Auftrag für die kommunikative Vernetzung gibt es kraft Gesetzes nicht, de facto gehört er aber dazu -als wichtiger Teil der Infrastruktur. Für die Datenmenge, die heute selbst in kleinen Betrieben anfällt, sind Standleitungen einfach zu teuer. Für die im Ausschuss angesprochene Mitbeteiligung der DSL-Interessenten an den Kosten haben wir keine Handhabe. Ihr Vorschlag, die Erdarbeiten in Eigenregie durchzuführen, ist auch nicht umsetzbar. Die Kabel werden von den Knotenpunkten in Schöllkrippen und Schneppenbach gelegt. Da müssten wir erst Verhandlungen mit den Gemeinden führen, weil das Gros der Arbeiten und Kosten mit deren Territorium verbunden ist. Wenn die Telekom ihre Subunternehmer und die Gesamtfinanzierung nicht preis geben will - und dazu ist sie nicht verpflichtet - muss das so akzeptiert werden. Letztlich ist es Vertrauenssache.
Erscheinungsdatum: 12.12.2007

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