Die Hälfte der Linden muss fallen
Gemeinderat Kompromiss wegen Blattlausplage
Hösbach Konsensfähig: So haben sich die Hösbacher Grünen in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch gezeigt und dem Vorschlag von Bürgermeister Robert Hain (CSU) zugestimmt, die Hälfte der Linden in der Mozartstraße fällen zu lassen.
Im Januar hatte der Bauausschuss bei nur einer Gegenstimme beschlossen, dem Wunsch der Anlieger nachzukommen und die zu beträchtlicher Größe herangewachsenen Linden mit Beginn des Winters abzuholzen und durch kleinere Bäume zu ersetzen. Heuer sollten die ersten, im kommenden Jahr die übrigen Bäume fallen. Aus Sicht der Grünen ein Frevel: Das von den Anwohnern beklagte Herabtropfen von Lindenhonig auf parkende Autos dürfe kein Grund sein, einer prächtigen Allee den Garaus zu machen.
Parken auf Gehweg verboten Das Parken auf dem Gehweg zwischen den Bäumen verbiete sich wegen der Beeinträchtigung von Fußgängern und Müttern mit Kinderwagen von selbst, auf der gegenüberliegenden Seite seien genug Parkflächen vorhanden und Anlieger ohnehin verpflichtet, ausreichend Stellplätze nachzuweisen, so die Argumentation der Grünen.
Manfred Herold fragte ergänzend für seine Fraktion zum geforderten Vollzugsstopp: Wie soll damit umgegangen werden, wenn es in Mode käme, zu groß gewordene und laubträchtige Bäume zugunsten kleinerer fällen zu lassen? Das sei fernab jedes ökologischen Verständnisses.
Luzia Pfister-Weber (CSU) erläuterte den damaligen Beschluss: "Im Sommer zuvor konnten die Anwohner kaum noch die Fenster öffnen - überall waren Blattläuse, die sich auf den Linden enorm vermehrt hatten." Armin Hornung (SPD) ergänzte, dass wegen des Freischnitts für Lastwagen etliche der Bäume verstümmelt seien.
Bürgermeister Hain stimmte den Grünen zu, dass ein Zuviel an Herbstlaub kein Fällkriterium sei. Wenn allerdings Honig zu einem zähen Brei auf dem Trottoir würde und Blattläuse in die benachbarten Gärten und Wohnstuben einfielen, müsse man den Fehler eingestehen, die falsche Baumart gewählt zu haben.
Schicksalsprüfung im Sommer Herold und Fraktionskollege Patrick Steigerwald waren angesichts der neuen Kenntnisse kompromissbereit und stimmten dem ersten Teil der Fällaktion zu. Im Sommer, so der Tenor aller Parteien, wolle man vor Ort prüfen, ob nicht einige Linden stehen bleiben könnten. Henning Lauterbach
Erscheinungsdatum: 05.12.2008
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